Grundsatz!

Es darf keine Königin im Volk sein! Ist man unsicher ob eine Königin im Volk ist, kann man eine Kontrollwabe (Wabe mit Eiern und offener Brut) einhängen, nach 2-3 Tagen kontrollieren. Sind Nachschaffungszellen da, kann man eine neue Königin zusetzen, nach dem man die Wabe wieder entfernt hat.

Es dürfen keine Weisel-oder Nachschaffungszellen vorhanden sein!

Es sollte möglichst keine offene Brut geben.

Vorbereitung:

Die alte Königin 2-3 Stunden vorher herausnehmen, bevor die neue Königin (am besten abends) zugesetzt wird.

Zusetzen:

Alle Begleitbienen VORSICHTIG aus dem Zusetzer entfernen, wenn möglich in einem geschlossenen Raum. Den Verschluss beim Futterteig aufbrechen und der Zusetzer zwischen zwei verdeckelte Brutwaben hängen. Die Waben statt aneinander schieben. Nach ca. einem Tag haben sich die Bienen durch den Futterteig gefressen und die Königin ist befreit.

Zusetzer

Geeignet ist  auch der Mack Zusetzkäfig der mit verschlossener Öffnung sammt Königin und Begleitbienen auf eine verdeckelte Brutwabe gedrückt wird. Nach ca. einer Woche, wenn die Königin mit Jungbienen umgeben ist, kann man sie frei lassen.

Mack Zusetzer   Drahtzusetzer

Eine sichere Art, eine Königin einzuweiseln, ist die Kunstschwarmmethode. Dazu fegt man junge Bienen von mindestens 6 offenen Brutwaben OHNE Königin in einen mit Mittelwänden gefüllten Ablegerkasten. Die neue Königin wird unter Futterteigverschluss ohne Begleitbienen dazu gehängt. Der Kasten wird verschlossen an einem kühlen (15-20 Grad C) und dunklen Ort aufgestellt und mit Zuckerwasser (1:1) gefüttert. Nach ca. drei Tagen, wird der Kasten spätabends oder frühmorgens an seinem neuen Platz aufgestellt und das Flugloch geöffnet. Sobald die ersten Waben ausgebaut sind, wird die Königin befreit. Der Kunstschwarm wird mit Zuckerwasser aufgefüttert.

Die Annahme einer neuen Königin ist ab Spetember problemloser. Einfach die alte Königin herausnehmen und die neue im Zusetzer ohne Begleitbienen sofort zwischen die Wabengassen hängen und Futterteigverschluss frei geben.

Tipps: Verhalten beobachten, wird zum Beispiel der Zusetzkäfig stark von den Bienen belagert, ist das meistens ein Abwehrverhalten. Man muss daraufhin die Haft der Königin verlängern. Schenken die Arbeitsbienen dagegen wenig Beachtung, oder sterzeln sie, kann man sie frei lassen.

Ist die alte Königin in voller Legetätigkeit (1500 Eier täglich) und das Volk strak brütend, wird eine neue begattete Königin nur akzeptiert, wenn sie OHNE Unterbrechung der Legetätigkeit(z.B. durch Postversand), sofort von einem Volk in das Andere umgeweiselt wird.

Ein Trick von einigen alten Imker ist, die alte (tote) Königin mit Klebstreifen am Zusetzkäfig zu befestigen. Dies soll dem Volk vortäuschen, dass die neue Königin die Alte besiegt hat. 

 

 

 

 

 

 

Auf einer Belegstation werden die speziellen APIDEA- Kästchen (Begattungs-Kästchen) mit jeweils einer unbegatteten Königin und mit ca. 100gr. Jungbienen aufgestellt. Damit eine gezielte Paarung erreicht werden kann, dürfen sich keine Drohnen (männliche Bienen) in den Kästchen befinden.

 

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Um eine Rassenbelegstation ist eine Schutzzone zu definieren wo nur Bienenvölker der Rasse der Belegstatins-Drohnenvölker stehen dürfen.

Bereits 1898 wurde im Melchtal eine Belegstation eingerichtet. Heute befindet sich diese Belegstation in der Stöckalp (M46). Die Schutzzone „grosses Melchtal“ ist seit 1. April 2013 amtlich bewilligt worden.

Auf der Belegstation Stöckalp befinden sich keine Drohnenvölker, deshalb sind die Bienenhalter im Melchtal verpflichtet nur die Dunkle Biene Apis melifera melifera zu züchten und zu pflegen. Die meisten der 45-55 Bienenvölker im Melchtal verfügen über einen DNA-Test, somit können wir eine Paarungssicherheit von mindestens 90% gleichrassiger Drohnen gewährleisten.

 

Seit 2015 erhält das Schutzgebiet Unterstützung durch das Projekt, Pflege und erhalt der Dunklen Biene in der Schweiz Mellifera.ch überwacht zusammen mit apisuisse die Arbeit und deren Fortschritte in den Schutzgebieten.

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Schutzprojekt Pflege und Erhalt der gefährdeten Dunklen Biene im  Melchtal

 

Die Rassenbelegstation Melchtal hat seit April 2013 eine rechtliche, definierte Schutzzone für die einheimische Dunkle Biene Apis mellifera mellifera. Ausführungsbestimmungen über geschützte Tierarten

 

Speziell an der Belegstation ist, dass sich dort keine Drohnenvölker befinden. Die Königinnen werden von den Drohnen der Bienenvölker von den Imkern im Melchtal begattet. Aus diesem Grund wurde mit dem Bienenzüchterverein OW vereinbart, dass wir nur die  Dunkle Europäische Biene züchten und pflegen. Deshalb waren die Kosten, mit fast Fr. 3000.- für Königinnen mit einer vorgegeben Reinheit von mindestens 85%, für uns hoch. Dank dem Projekt, Pflege und Erhalt der Dunklen Bienen in der Schweiz erhalten wir finanzielle Unterstützung.


Der genetischen Breite innerhalb der Rasse wird ein grosses Gewicht beigemessen. Die Imker im Melchtal halten zusammen ca. 45-55 Bienenvölker der Rasse Dunkle Biene Apis mellifera mellifera. Die Reinrassigkeit der Völker wird mittels genetischem Hybridtest (DNA-Analyse) nachgewiesen. Arbeiten und Ziele

Link Belegsation

Schutzzonen der Schweiz

GL: Der Kanton Glarus ist das grösste Schutzgebiet der Dunklen Biene seit dem Landsgemeinde-Beschluss 1977
BE: Seit November 2018 hat der Regierungsrat des Kantons Bern die Vollzugsbestimmungen für den Schutz der Belegstationen erlassen (alle Rassen). So wird ein gezieltes Züchten der Bienen ermöglicht.
Diemtigtal (Biosphäre / privatrechtl. Vereinbarung)

Gesetzliche Vereinbarung, Kanton Bern für Belegstationen

GR: Münstertal (Biosphäre / privatrechtl. Vereinbarung)

Drohnen (männliche Bienen)
Für die Aufzucht einer Drohne wird die dreifache Pollenmenge benötigt, wie für eine Arbeitsbiene.
Die Geschlechtsreife von Drohnen tritt nach 12 Tagen ein, ihre Lebenserwartung beträgt 3-5 Wochen, zum Teil bis über 50 Tage. Die Spermienzahlen einzelner Drohnen varieren zwischen 3 und 11 Millionen.
Die geschätzte Anzahl Drohnen je Drohnensammelplatz beträgt 12´000-15´000. Drohnensammelplätze sind Plätze, die von männlichen Honigbienen nach der Geschlechtsreife aufgesucht werden, um sich mit Bienenköniginnen zu paaren, die ebenfalls zu diesem Platz kommen. Die weiblichen Nachkommen sind genetisch gesehen nicht die 'Töchter des entsprechenden Drohns. Die genetische Mutter einer Arbeiterin ist die Königin welche ihr Ei abgelegt hat. Der genetische Vater ist aber die Drohnenmutter 
welche das unbefruchtete Ei des entsprechenden Drohns gelegt hat. Somit spielen die Drohnenmütter und Drohnengrossmütter eine entscheidende Rolle in der Bienenzucht.

Von Drohen aus weiselrichtigen Völkern wanderten im Durchschnitt 20% mehr Spermien in die Samenblase der Königin ein, als von Drohnen aus weisellosen Völkern.
Kälterückschläge im zeitigen Frühjahr führen zum Ausfressen der Drohnenbrut. Im Sommer nach Ende der Tracht pflegen normale Völker keine Drohnen mehr. Bei den Drohnenvölker darf man im Juli keinen Honig ernten, da die Drohnen sonst frühzeitig von den Arbeiterinnen abgetrieben werden.

Königin
Bei guter Witterung fliegt die Königin im Alter von 7-15 Tagen zum Hochzeitsflug aus. Die Königin paart sich ausserhalb des Volkes, im Flug mit 8-15 Drohnen. Die Anzahl Paarungen und nicht die Spermienmenge lösen bei der Königin das Einstellen der Paarungsflüge aus. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Drohnen mit viel, qualitativ guten Spermien unterwegs sind.

Drohnen fliegen eher zu näheren, Königinnen eher zu weiteren Drohnensammelplätzen. Damit werden Geschwisterpaarungen stark reduziert. Das Volk strebt genetische Vielfalt an.

Genetische Vielfalt bringt dem Bienenvolk Vorteile, weil so mehr verschiedene «Begabungen« vorhanden sind und sich das Volk besser an wechselnde Umweltbedingungen anpassen kann.
Um vitale Gebrauchsköniginnen zu erhalten, eignen sich Poolbelegstationen  und Gebiete mit nur einer Rasse am besten. Zur Festigung der Eigenschaften werden oft etwas engere Paarungen vorgenommen. 

Nach 4 Generationen sind vom Genom der ursprünglichen Könign nur noch durchschnittlich 6,25 % vorhanden. 93.75% der Gene stammen von den verschiedenen Drohnen der Belegstation.

Einzelne fremdrassige Drohnen können zu grossen Veränderungen führen, wenn ihr Sperma bei Nachkommenköniginnen zum Zuge kommt.

Künstliche Besamung
Drohnen von einer Königin ermöglicht eine gezielte Paarung
- sehr wenig genetische Breite
+ sehr hohe Erbkonstanz

Linien Belegstation dienen der Begattung von Königinnen der Herdebuchzucht
Drohnen von Schwesterköniginnen
- wenig genetische Breite
+ hohe Erbkonstanz

Pool-Belegstation dienen der Erzeugung vitaler Gebrauchsköniginnen
Verschiedene Drohnenherkünfte
+ hohe genetische Breite
- geringe Erbkonstanz


Natürliche Paarung / Reingebiet, Schutzgebiet dienen der Erzeugung vitaler Gebrauchsköniginnen
Verschiedenste Drohnenherkünfte, einheimische, reine Bienen gleicher Rasse
 + sehr hohe genetische Breite
- sehr geringe Erbkonstanz

2014 Projektantrag beim BWL: Pflege und Erhalt der gefährdeten Dunklen Biene in der Schweiz in vier Schutzgebieten
Das Ziel des Projektes besteht darin, eine in den Schutzgebieten der Schweiz rassentypische, reinrassige Population mit Völkern der Dunklen Biene, Apis mellifera mellifera, in möglichst grosser Vielfalt zu etablieren und zu erhalten.

In verschiedenen Gebieten der Schweiz werden ca. 15´000 reinrasige Dunkle Bienenvölker gehalten, dies entspricht ca. 10% der Gesamtbienenpopulation der Schweiz. Davon sind nur ca. 2´000 Völker in rechtlich geschützten Gebieten der Dunklen Biene. Damit ist die Bedrohungslage dieser einheimischen Bienenrasse klar belegt.
P.Fried, R. Ritter, R.Soland

2015 – 2017 Projekt Pflege und Erhalt der gefährdeten Dunklen Biene in der Schweiz in vier Schutzgebieten
Zahlreiche lokale Treffen fanden vor der Projekteingabe ans BLW statt. Zentral haben drei Kick-off-Meetings, mit allen Beteiligten aus den verschiedenen Schutzgebieten (Melchtal, Glarus, Diemtigtal und Münstertal) an der ETH in Zürich stattgefunden. An jedem Meeting wurden Ergebnisse, Vorhaben und Finanzen von jedem Gebiet präsentiert und diskutiert. Fachvorträge der anwesenden Experten (Agroscope, mellifera.ch, apisuisse, apiservice und Zentrum für Bienenforschung) ergänzten die Treffen.

Arbeiten und Ziele
Die genetischen Breite innerhalb der Rasse ist das A und O und muss erhalten bleiben.
Alle Königinnen müssen gekennzeichnet und erfasst sein.
Flächendeckende Überprüfung der Bienenvölker auf Hybridisierung via DNA-Analysen.
Genügend Königinnen für die Umweiselungen werden gezüchtet. Der Zuchtstoff wird nur von DNA-Tests geprüften Zuchtmüttern entnommen.
Jährliche Bestandeserhebungen der Königinnen per 15. Oktober und 15. April werden durchgeführt.
Die Arbeiten werden selbstständig oder im Team pflichtbewusst ausgeführt und besondere Vorkommnisse werden rapportiert.
Schlankes Projektmanagement.

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Projekt-Team 2015-2017

Die Dunkle Biene kann in der Schweiz nicht erhalten werden, wenn nicht alle Beteiligten zu 100% sich hinter dieses grosse Projekt stellen.

2018 – 2020 Projekt Pflege und Erhalt der gefährdeten Dunklen Biene in der Schweiz in vier Schutzgebieten (das Projekt knüpft an das vom BLW unterstützte Projekt der Jahre 2015-2017) 
Das Projekt hat den Vorteil, dass früher gemachte Erfahrungen voll genutzt werden können. Die einfache Methodik des Ersatzes von nicht reinrassigen Völkern, durch Königinnen von mittels via DNA-Analyse selektierter Mütter, hat sich bewährt.

Drohnenproben

Pro Bienenvolk werden von 30 Drohnennymphen je ein Fühler in ein Probegefäss gegeben.

 
2018
Im April-Monatshock vom Bienenzüchterverein Obwalden, wurde von Padruot Fried und Irene Burch über das Thema Pflege und Erhalt der Dunklen Biene in den Schutzgebieten aufgeklärt.
Mai / Juni: Die ermittelten Resultate der DNA-Analysen weisen auf ein sehr erfreuliches Vorhandensein vorwiegend reiner Völker im Melchtal hin. Dennoch sind kontinuierliche Analysen nötig, um diesen Zustand künftig zu erhalten.
Ende Juni fand der Familienausflug vom Bienenzüchterverein Obwalden, in der Schutzzone Melchtal mit Besichtigung der Belegstation, statt.
Seit September obliegt dem Amt für Wald und Landschaft die Kontrolle der Schutzzone. Ausführungsbestimmungen über geschützte Tierarten

Erwartete positive Auswirkungen
Auf die Bienenhaltung:
Erleichtertes Imkern, da Mischlinge mit ihren unangenehmen Eigenschaften (Stechlust, Leistungs- und Vitalitätsverlust) entfallen.
Positive Auswirkung auf den Imkernachwuchs dank neuen Perspektiven und zukunftsorientiertem Projekt.

Auf die Natur:
Bewahrung einer alten Bienenrasse ist ein Beitrag an die Erhaltung der Biodiversität der Region.
Positive Auswirkung auf die Flora, da die Dunkle Biene eine grosse Vielfalt an Pflanzen und Sträuchern befliegt und bestäubt.

 

Monitoring und Berichterstattung

Mellifera.ch überwacht zusammen mit apisuisse die Arbeiten und deren Fortschritte in den Schutzgebieten. Zwei Zwischenberichte (2018 und 2019) und ein Abschlussbericht 2020 sind geplant, Adressat ist das BLW in Bern. Die Hauptkriterien für die Erfassung des Erfolgs sind die Anzahl erfolgter DNA-Analysen und die Anzahl eingeweiselter Königinnen.

 

Bedeutung des Projektes für den Bund
Der Bund verfolgt mit der Unterstützung dieses Projektes sein Ziel, die im Rahmen der Biodiversitätskonvention von Rio als wertvoll befundenen tiergenetischen Ressourcen zu erhalten und zu fördern.
Mit der Unterstützung ermöglicht der Bund, die angestrebten Ziele zu erreichen. Damit kann ebenfalls eine genetisch homogene Basis an verschiedenen Standorten der Schweiz geschaffen werden.

Schlussbetrachtung
Das Bewusstsein, dass gesellschaftliche Ziele wie der Erhalt von Biodiversität für künftige Generationen wichtiger sind als der Eigennutz des Einzelnen, ist noch nicht tief genug in unserer Gesellschaft verwurzelt. Rechtliche Massnahmen sind deshalb unabdingbar.
P. Fried

Gesetzlicher Nachtrag, Schutzzone Melchtal

Gesetzliche Vereinbarung, Kanton Bern